autismus Oberbayern, Vereinigung zur Förderung von autistischen Menschen



Aus dem Verein

Vereinsarbeit in Corona-Zeiten - Ein Rückblick auf das Jahr 2020

Coronavirus, Foto: (c) CDC / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Das diesjährige Vereinsjahr war ein Jahr, wie wir es noch nie so erlebt haben. Stolz waren im Dezember 2019 alle Angebote und Aktivitäten für 2020 geplant, Termine festgelegt und die nötigen Räume gemietet. Die Vorbereitungen für die Osterfreizeit 2020 waren im vollen Gange. Damals war Corona noch weit von uns entfernt – in China. Am 27. Januar 2020 dann wurde der erste Corona-Fall in Deutschland bekannt. Wir dachten uns: „Jetzt ist es zwar auch bei uns, doch vermutlich kann man die Infektionskette noch stoppen.“ Aber das konnte nicht erreicht werden. Nach den Faschingsferien verbreitete sich das Virus nach und nach in ganz Deutschland. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg (wo unsere Osterfreizeit stattfindet) waren betroffen.

Anfang März wurde die Lage noch brisanter. Aus Italien hörte man viel vom dortigen Lockdown: In einigen italienischen Regionen gab es richtige Ausgangsbeschränkungen. Und auch in Bayern wurde immer klarer, dass es bald ebenfalls Beschränkungen geben würde. Aber welche genau und wann genau diese dann gelten würden, war noch unbekannt.

Wir wussten nicht, was das für uns bedeuten würde. Würden die Helfer weiterhin in den Familien betreuen können? Würden wir unsere Trainings und Gruppen weiter abhalten können? Und unsere geplanten Freizeiten? Größte Sorgen hatten wir tatsächlich mit der Osterfreizeit. Wir hielten fast täglich Kontakt zum Feriendorf in Baden-Württemberg, wo wir die Häuser gemietet hatten. Da es damals noch keine Verordnungen der Länder gab, mussten wir die Ferienhäuer vorerst bezahlen in der Hoffnung, dass wir das Geld im Falle eines staatlich angeordneten Verbots erstattet bekommen. Denn eine Absage unsererseits hätte hohe Stornokosten bedeutet, die wir nicht mehr hätten zurückfordern können. Nach einigen Tagen das Bangens wurden die Verordnungen schließlich erlassen und die Kosten wurden uns erstattet. Gott sei Dank - denn der Verein verfügt natürlich über keine großen finanziellen Reserven.

Dann wurde das wahr, wovon sich zuvor alle gefürchtet hatten: Lockdown. Das bedeutete die Beschränkung der sozialen Kontakte und das Verbot vieler Veranstaltungen und Aktivitäten in allen Bereichen. Als Verein standen wir nun vor vielen Fragen. Gibt es Angebote, die wir noch anbieten dürfen? Und selbst wenn wir sie anbieten dürfen: Würden wir dann noch genügend Teilnehmer haben, damit sich die Angebote finanziell auch tragen? Und wie zahlen wir dann noch unsere Mitarbeiter?

Wir sagten erst einmal alle unsere Aktivitäten und Angebote der nächsten Wochen ab, stellten auf telefonische Beratungen um und beantragten für die nächsten Monate Kurzarbeit. Den Helferdienst führten wir allerdings durch den Lockdown hindurch weiter. Denn gerade in der Zeit des Lockdowns war für Eltern die wenigstens stundenweise Entlastung durch einen Helfer wichtig.

Nebenbei gingen wir Verordnungen und Corona-Hilfsprogramme durch, um herauszufinden, wo wir noch Hilfen beantragen könnten. Aber wir fanden uns in keiner Verordnung wieder. Die Beantragung von Corona-Hilfen endete oft schon beim Ausfüllen der Formulare bei dem Punkt, dass man als Selbsthilfeverein bitte andere Hilfen in Anspruch nehmen soll. Aber welche?

Gerettet haben uns schließlich die Selbsthilfeförderung der Krankenkassen und die Förderung der Stadt München. Uns fiel ein Stein vom Herzen, als wir den Zahlungseingang der Förderungen auf unserem Konto sahen. Wir waren und sind unglaublich dankbar dafür.

Es folgte eine für uns relativ ruhige Zeit des Lockdowns. Als wir dann im Juni die Wiederaufnahme einiger Angebote angingen, merkten wir allerdings schon, dass dies ebenfalls nicht so einfach war. Die Mitglieder waren gespalten: Einige freuten sich sehr, dass sie endlich wieder andere Leute treffen konnten und reden konnten. Andere wiederum hatten immer noch Angst sich anzustecken. So konnten zwischen Juni und September nur einzelne Angebote stattfinden und erst ab September wieder alle Angebote.

Nun befinden wir uns im zweiten „Lockdown“. Es ist wieder (fast) alles abgesagt. Und dennoch geben wir nicht auf und hoffen auf ein baldiges Ende der für uns doch sehr bedrückenden Situation. Wir lenken uns ab, indem wir uns auf 2021 konzentrieren: Die Seminare aus 2020, die ja fast alle ausgefallen sind, haben wir nach 2021 verschoben. Wir organisieren schon eine nächste Osterfreizeit und eine nächste Aspie-Freizeit.
Wir sind voller Hoffnung und Zuversicht, dass alle diese Planungen für 2021 auch umgesetzt werden können.

A. Merz


Autismus-Strategie-Bayern: Tagungsband des Fachtags 2019 und Online-Forum

Tagungsbericht

Am 19.11.2019 fand in Kooperation mit der Hanns-Seidl-Stiftung, dem Autismuskompetenzzentrum Oberbayern und der Hochschule München die Fachtagung „Menschen mit Autismus in Bayern“ statt. Nun ist ein weiterer Meilenstein geschafft – die Vorträge der Fachtagung, an der mehr als 300 Menschen teilnahmen, wurden als Tagungsband herausgegeben. Die Hauptreferate können Sie auch auf der Webseite der Hochschule München unter
https://www.sw.hm.edu/projekte_und_forschung/forschung/aktuelle_forschungsprojekte/autismus_strategie_bayern/fachtagunghss.de.html
bzw.
https://www.sw.hm.edu/autismus-strategie-bayern als Videos sehen und hören.

Damit war ein wichtiger Zwischenschritt gemacht. Die Auswertung aller bisher in den Gremien erarbeiteten Gesichtspunkte war unsere Hauptarbeit in 2020. Als Endpunkt wird dann im April 2021 der Schlussbericht an den Bayerischen Landtag übergeben. Der Landtag ist ja der Auftraggeber, eine Autismus-Strategie für Bayern zu erarbeiten. Vorstände und Mitglieder von autismus Oberbayern sind engagiert dabei beteiligt, die Strategie zu erarbeiten und werden dann auch nicht locker lassen, dass der Landtag dann auch die Umsetzung der Ergebnisse in Angriff nimmt.

Seit 15.1.2020 ist ein Online-Forum zur Beteiligung an der Autismus-Strategie eingerichtet:
https://www.autismusstrategie-forum-bayern.de
Alle zwei Wochen wurde und wird eine Empfehlung diskutiert.

Dr. Nicosia Nieß, A. Merz


Individuelle Beratung von Familien zu Kommunikation und Förderung im häuslichen Umfeld

Mit der Diagnose „Autismus-Spektrum-Störung“ ergeben sich viele Fragestellungen für Eltern:

  • Wie können wir unser Kind fördern?
  • Wie können wir unserem Kind helfen, mit uns zu kommunizieren?
  • Welcher Kindergarten, welche Schule kommen in Frage?
  • Welche Entlastungsmöglichkeiten gibt es?
  • Welche Anträge können wir jetzt stellen?

Diese und ähnliche Fragestellungen sollen in einer Beratung im häuslichen Umfeld im Mittelpunkt stehen.

Schwerpunkte sind dabei die Förderung der Kommunikation und Beratung rund um Unterstützte Kommunikation, häusliche Fördermöglichkeiten und Therapien, Begleitung bei der Beantragung von sozialrechtlichen Leistungen und Hilfsmitteln sowie Beratung rund um Kindergarten und Schule.

Die Beratung kann im häuslichen Umfeld oder bei Bedarf im Kindergarten oder der Schule des Kindes stattfinden.

Kosten: Eigenanteil in Höhe von 20 Euro pro Beratung
Kontakt: Sandra Dengler
Tel.: 01515 / 4783717
E-Mail: autismus-beratung@gmx.de


Selbsthlifegruppe "Die ASS-Kosmonautinnen"

Die ASS-Kosmonautinnen – Ein Treffen für

  • Frauen, die merken, dass sie irgendwie anders sind als andere.
  • Frauen, die sich als Pinguine in der Wüste, als absolute Unikate, als Kosmonautinnen empfinden.
  • Frauen mit Autismus (Asperger, HFA usw.), Hochsensibilität oder ähnlichen Formen des Andersseins.

Manche Menschen genießen die Gesellschaft anderer, doch es tut ihnen gut, wenn es gewisse Strukturen gibt. Deshalb beginnen wir mit einer Vorstellungsrunde und einem Blitzlicht, vertiefen danach Themen, Anliegen und Fragen der Einzelnen und/oder widmen uns einem Thema, das Frauen mit ASS betrifft. Letzteres kann zum Beispiel ein Thema aus einem Ratgeber oder Selbsthilfebuch für Menschen mit ASS sein, über das wir dann sprechen. Am Ende gibt es eine Schlussrunde. Jede entscheidet für sich was und wie viel sie erzählen mag.

Jeden 1. Sonntag im Monat findet ein virtuelles Treffen statt.
Jeden 3. Sonntag im Monat findet ein Präsenztreffen statt.
Die Treffen dauern etwa zwei Stunden und können unabhängig voneinander besucht werden.

Anmeldung und nähere Informationen unter: kosmonautinnen@t-online.de


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Danke

Dank an die Krankenkassen und die Stadt München

Wir bedanken uns herzlich bei der ARGE der Krankenkassen für die Pauschalförderung von 62.000 Euro und die Förderung unserer Klettergruppen, Geschwisterseminare und iPad-Beratungen im häuslichen Umfeld.

Leider konnten Corona bedingt die Geschwisterseminare nicht und Beratungen nur telefonisch stattfinden. Wir sind aber voller Zuversicht, dass wir diese Angebote Dank der Unterstützung der Krankenkassen in 2021 nachholen bzw. erneut anbieten und umsetzen können.

Auch der Stadt München danken wir sehr für die jährliche Förderung unserer Geschäftsstelle. Beide Förderungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Verein die Corona-Krise überstehen konnte.


Dank an den Freundeskreis und allen Spendern

Von ganzem Herzen danken wir für die großzügigen Spenden und die starke Unterstützung, die wir durch Sie in der Krise erfahren durften. Im Jahr sind mehr Spenden bei uns eingegangen als in den Jahren zuvor! Dies freut uns sehr und ist auch ein großer Ansporn für uns, weiter zu arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.


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Freizeit- und Ferienangebote

Freizeitgruppe „Aspie-Treff“

An der Freizeitgruppe "Aspietreff" können selbständige Menschen mit Besonderheiten aus dem Autismus-Spektrum ab 18 Jahren teilnehmen.
Wir treffen uns einmal im Monat an einem Samstag (meist von 14 – 17 Uhr) und unternehmen etwas zusammen, wie z.B. einen Ausflug, einen Museumsbesuch, Bowling, kehren ein und haben eine schöne Zeit. Der Beitrag beläuft sich auf 10,- Euro je Teilnahme.

Wer zum ersten Mal dabei sein möchte und/oder wer noch nicht im E-Mail Verteiler oder auf der Adress- bzw. Telefonliste ist, bitte zuvor anmelden, da die Uhrzeit, je nach geplanter Aktivität, unterschiedlich sein kann.

Voraussichtliche Termine für das 1. Halbjahr 2021: *

  • 20. Februar,
  • 10. April,
  • 22. Mai,
  • 05. Juni

* Änderungen vorbehalten

Kontakt: Michaela Zimmermann (Dipl. Soz. Univ.)
Mobil 0176-84031120
E-Mail: zimmermann.michaela@gmx.de

M. Zimmermann


U-Bahn-Club

Auch in 2021 sind wieder Treffen des U-Bahn-Clubs geplant:

  • 20.02.2021
  • 20.03.2021
  • 17.04.2021
  • 15.05.2021
  • 26.06.2021
  • 24.07.2021
  • Sommerpause
  • 18.09.2021
  • 16.10.2021
  • 13.11.2021
  • 11.12.2021

Der U-Bahn-Club findet immer samstags von 11.30 bis 14.30 Uhr statt. Wir treffen uns in der Poccisstr. 5.

Anmeldung: Irene Sawicki
Tel.: 089/ 316 51 46


Geschwister-Seminare

Ebenso unklar ist es, wann wir wieder mit den Geschwisterseminaren starten können. Voraussichtlich wird dies spätestens im Mai/Juni aber der Fall sein.

Es werden wieder getrennt ein Geschwisterseminar für Jugendliche (11-17 Jahre) und für Kinder (7-10 Jahre) angeboten werden. Angestrebt sind 3x 2 Termine pro Jahr. Ob wir dies aber auch genauso umsetzen können und dürfen, wird sich wohl erst in den ersten beiden Monaten in 2021 zeigen.

Achtung, das Anmeldeprozedere hat sich geändert:
Eine Teilnahme an den Geschwisterseminaren ist nur noch nach schriftlicher Anmeldung und Vorabüberweisung des Teilnehmerbetrages für je ein Wochenende möglich.

Kontakt: Sandra Klas (geb. Ilgner)
Tel.: 0173 / 578 9367
E-Mail: gekis@autismus-oberbayern.de


Osterfreizeit 2021 - Wird verschoben auf den Sommer 2021

Zum jetzt 8. Mal werden wir vom 28.08.2021 bis 05.09.2021 im schönen Feriendorf in Tieringen sein (Webseite des Feriendorfes:
http://www.feriendorf-tieringen.de
Wie im letzten Jahr haben wir die Häuser im Oberdorf gebucht, die den autistischen Teilnehmern dadurch schon vertraut sind.

Kosten (abhängig von der Teilnehmerzahl): Die Betreuungsleistungen werden voraussichtlich ca. 1000 Euro betragen und der Eigenanteil ca. 600 Euro

Es ist möglich, die Betreuung über Verhinderungspflege und den Eigenanteil über den Entlastungsbetrag zu finanzieren, indem Sie die Eigenanteilsrechnung bei Ihrer Pflegekasse einreichen. So entstehen Ihnen privat weniger Kosten.

Informationen und Anmeldeformulare erhalten Sie von Frau Merz, E-Mail: alexandra.merz@autismus-oberbayern.de


Individuelle Ferien im August 2021 an der Nord- oder Ostsee

Auf Mitgliederwunsch planen wir, für vier relativ selbstständige erwachsene Autisten bis ca. 28 Jahre, eine Woche Urlaub im Selbstversorgerhaus zu organisieren.
Ziel soll Norddeutschland in Ost- oder Nordseenähe sein.

Interessenten melden sich - gerne auch mit Unterkunfts- und Betreuervorschlägen - per E-Mail bei Herrn Müller, wolfgang.mueller@autismus-oberbayern.de


Therapeutische Klettergruppen 2021

Unsere Klettergruppen sind derzeit voll besetzt. Sie können derzeit nur auf eine Warteliste aufgenommen werden.

Bei Interesse Ihres Kindes am Klettertraining können wir Sie auf die Warteliste setzen. Bei ca. 5 Kindern auf der Warteliste werden wir ein Schnuppertraining für alle Neulinge organisieren, so dass sie austesten können, ob ihnen das Klettern auch gefällt.

Sobald es dann in den bestehenden Klettergruppen freie Plätze gibt, können die Kinder gut und stressfrei in die Gruppen wechseln.

Informationen erhalten Sie von Frau Merz, E-Mail: alexandra.merz@autismus-oberbayern.de


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Fortbildungsangebote

Achtung: Da in 2020 viele Seminare ausgefallen sind und diese in 2021 nachgeholt werden, sind viele der nachfolgenden Seminare bereits ausgebucht. Sie können sich nur noch auf die Warteliste setzen lassen.


Autismus und Schule

Was bedeutet es, als Autist in der Schule zu sitzen? Welche Probleme und Missverständnisse gibt es? Wie geht man mit Nachteilsausgleichen und anderen Hilfemaßnahmen um? Was sind die Aufgaben eines Schulbegleiters – und welche nicht?
In diesem Seminar bekommen Sie einen Einblick in die Innensicht einer erwachsenen Autistin. Wir besprechen Schwierigkeiten anhand von Beispielen und gemeinsam überlegen wir uns mögliche Lösungswege.

Referentinnen: Susan Vogl (Autistin) Datum/Uhrzeit: Fr., 26.03.2021, 18.00-21.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: Helfer unseres Helferdienstes, ehrenamtliche Mitarbeiter und FeD-Mitarbeiter unserer Kooperationspartner*
Kosten: für oben genannte Zielgruppe kostenfrei, weitere Teilnehmer 40 € pro Person
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de
Fortbildungspunkte f. Mitarbeiter unseres Helferdienstes: 2 FP


Overload, Meltdown und Shutdown - Reizüberflutung mit Folgen

Meist sind Autisten sehr empfindlich gegenüber Reizen, denn oftmals liegen Besonderheiten der sensorischen Integration vor.
Wenn Autisten also zu vielen Reizen auf einmal ausgesetzt werden, dann kann es zu einer Reizüberflutung (Overload) kommen. In Folge dessen ist es möglich, dass ein Meltdown oder sogar ein Shutdown ausgelöst werden.
Daher ist es für Autisten und deren Umfeld wichtig, einen Overload möglichst im Voraus schon zu vermeiden und Anzeichen eines solchen zu erkennen.

Die Referentinnen zum Thema wollen erklären, wie es zu einer Reizüberflutung kommt und Strategien aufzeigen, wie man diese vermeiden kann.

Referentinnen: Dorothea Holler (Lehrerin für Gesundheitsberufe), Nanna Lanz (Autistin) Datum/Uhrzeit: Sa., 17.04.2021, 10.00-13.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: Helfer unseres Helferdienstes, ehrenamtliche Mitarbeiter und FeD-Mitarbeiter unserer Kooperationspartner*
Kosten: für oben genannte Zielgruppe kostenfrei, weitere Teilnehmer 40 € pro Person
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de
Fortbildungspunkte f. Mitarbeiter unseres Helferdienstes: 2 FP


Grundlagen der Autismus-Spektrum-Störungen

Insbesondere für unsere Helfer des Helferdienstes möchten wir gerne ein Seminar zu den Grundlagen von Autismus-Spektrum-Störungen anbieten. Ziel ist es, die oft seltsam erscheinenden Verhaltensweisen der Menschen im Autismus-Spektrum erklärbar zu machen. So wird ein grundlegendes Verständnis geschaffen, das für die Begleitung eines autistischen Menschen notwendig ist.

Das Seminar richtet sich aber nicht ausschließlich an unsere Helfer: Auch Angehörige, Fachleute und andere Interessierte sind herzlich willkommen.

Referentinnen: Dorothea Holler (Lehrerin für Gesundheitsberufe, Vorstandsmitglied von autismus Oberbayern e.V.) Datum/Uhrzeit: Sa., 08.05.2021, 10.00-13.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: (vorrangig) Helfer unseres Helferdienstes, aber auch Eltern, Angehörige, Fachleute und Interessierte
Kosten: für oben genannte Zielgruppe kostenfrei, weitere Teilnehmer 40 € pro Person
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de
Fortbildungspunkte f. Mitarbeiter unseres Helferdienstes: 3 FP


Innensicht / Wahrnehmung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung

Menschen mit einer ASS sieht man den Autismus von außen nicht an. Sie sehen „normal“ aus und verhalten sich aber in den Augen von nichtautistischen Menschen manchmal „unnormal“. Der Grund dafür liegt häufig in ihrer Wahrnehmung. Verhalten ist immer eine Reaktion auf die Umwelt. Es hat eine Ursache und einen Sinn, nur ist beides nicht immer leicht zu erkennen, vor allem, wenn man nicht über die autistischen Wahrnehmungsbesonderheiten Bescheid weiß.

An diesem Abend werden Sie aus der Innensicht und anhand konkreter Beispiele aus dem eigenen Erleben viel Wissenswertes und Interessantes über die Besonderheiten der Wahrnehmung autistischer Menschen erfahren, so dass Sie zukünftig besser einschätzen und verstehen können, weshalb ein Mensch mit einer ASS sich so verhält, wie er es tut.

Referentin: Silke Wanninger-Bachem (Autistin)
Datum/Uhrzeit: Fr., 12.11.2021, 18.00-21.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: Helfer unseres Helferdienstes, ehrenamtliche Mitarbeiter und FeD-Mitarbeiter unserer Kooperationspartner*
Kosten: für oben genannte Zielgruppe kostenfrei, weitere Teilnehmer 40 € pro Person
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de
Fortbildungspunkte f. Mitarbeiter unseres Helferdienstes: 2 FP


Autismus-Spektrum-Störung und Hochbegabung

Autismus – eine Krankheit, eine Behinderung oder eine andere Art zu sein? Hochbegabung - eine Hilfe oder Verstärkung der Symptome? Die sensorischen Besonderheiten im taktilen, olfaktorischen, visuellen sowie akustischen Bereich werden angesprochen. Die Innensicht eines hochbegabten Autisten wird der Außenansicht gegenübergestellt. Welche Strategien können helfen? Ist eine Anpassung an die Gesellschaft unumgänglich?

Der Referent Werner Kelnhofer ist Autist und hochbegabt (Mitglied von Mensa e.V. und Triple-Nine-Society). Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter von autkom Oberbayern und Mitarbeiter an der Autismus-Strategie für den Freistaat Bayern.

Referent: Werner Kelnhofer (Autist)
Datum/Uhrzeit: Sa., 20.11.2021, 10.00 – 13.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: Helfer unseres Helferdienstes, ehrenamtliche Mitarbeiter und FeD-Mitarbeiter unserer Kooperationspartner*
Kosten: für oben genannte Zielgruppe kostenfrei, weitere Teilnehmer 20 € pro Person
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de
Fortbildungspunkte f. Mitarbeiter unseres Helferdienstes: 2 FP


Schulbegleiter-Fortbildung

Jedes Jahr bildet unser Verein zahlreiche Schulbegleiter fort. Die Nachfrage nach diesen Schulbegleiter-Fortbildungen, die Frau Brunhirl bei uns durchführt, ist weiterhin sehr groß. Sie bietet sowohl Grundlagenwissen zu den Autismus-Spektrum-Störungen, als auch einen großen Fundus an Methoden, Tipps, Videobeispielen und Beratungshinweisen für den Schulalltag.

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder Fortbildungen für Schulbegleiter anbieten. Die erste Fortbildung haben wir schon vereinbart:

Referentin: Regina Brunhirl
Datum/Uhrzeit: Fr., 16.04.2021, 17.00 - 20.00 Uhr und Sa., 17.04.2021, 10.00 - 16.00 Uhr
Ort: München
Zielgruppe: Schulbegleiter von Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen
Kosten: 80 € pro Person für beide Tage
Anmeldung: siehe unser Anmeldeformular
Ansprechpartnerin: Fr. Pospiech, 0172 - 374 9111, seminare@autismus-oberbayern.de

*Die Helferschulungen werden in Kooperation mit unseren Kooperationspartnern (autkom, OBA-evangelisch in der Region München, OBA-Lebenshilfe, GLL, BiB und der Caritas München) durchgeführt


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autkom

Aus unserem Veranstaltungskalender

Logo - Kontakt- und Beratungsstelle autkom

Liebe Leser*innen,

das Jahr 2020 hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Das Auftreten des Coronavirus und die einhergehenden Beschränkungen haben uns gezeigt, dass unvorhergesehene Ereignisse spontan eintreten und unser Leben verändern können.

Viele unserer geplanten Veranstaltungen und Treffen mussten wir aufgrund der Einschränkungen und Auflagen absagen. Auch konnten wir die meisten Angebote nicht mehr nachholen.

Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit Ihnen in ein neues Jahr zu starten. Für das Jahr 2021 haben wir für Sie erneut ein vielfältiges Programm mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Themen zusammengestellt. Neben unseren eigenen Mitarbeiter*innen konnten wir wieder mehrere externe Referent*innen gewinnen, die durch ihre persönlichen Erfahrungen und/oder fachlichen Spezialisierungen einen thematischen Input geben werden.

Erfreulicherweise steht uns ab 2021 ein Online-Video-Tool zur Verfügung. Sollten wir noch einmal in die Situation kommen, Präsenzveranstaltungen nicht durchführen zu können, besteht die Möglichkeit, unsere Vorträge als Online Seminar anzubieten.

Wir wünschen Ihnen ein gesundes und informatives Jahr und freuen uns darauf, Sie bei unseren Angeboten zu begrüßen.

Ihr autkom-Team


Freie Plätze im Ambulant betreuten Wohnen ab November 2020

Logo - Ambulant betreutes Wohnen autkom
  • Wohngemeinschaften
  • Betreutes Einzelwohnen
  • Individuelle Förderung im Alltag

Mit dem Angebot des Ambulant betreuten Wohnens ermöglichen wir erwachsenen Menschen, ein weitgehend eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Unsere pädagogischen Fachkräfte unterstützen Sie in allen erforderlichen Lebensbereichen.
Beispielsweise erhalten Sie Hilfestellung und Begleitung

  • bei der Haushaltsführung und bei allen lebenspraktischen Anforderungen (z.B. Behördengänge),
  • im Bereich der Ausbildung und Arbeit,
  • in der Tages- und Freizeitgestaltung,
  • beim Aufrechterhalten sozialer Kontakte sowie
  • im Umgang mit persönlichen Herausforderungen.

Die Unterstützung erfolgt stundenweise und richtet sich nach Ihrem individuellen Bedarf.

Grundsätzlich können erwachsene Menschen mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung ab dem 21. Lebensjahr (in Ausnahmen ab 18 Jahren) am Ambulant betreuten Wohnen teilnehmen.

Gerne beraten wir Sie über unser Angebot und helfen Ihnen bei Bedarf bei der Beantragung der Kostenübernahme, die bei Vorliegen der Voraussetzungen (Umfang des Unterstützungsbedarfes und Höhe des Einkommens) über die Eingliederungshilfe erfolgen kann.
Die Beratung ist kostenfrei.

Wenn Sie Interesse an dieser unterstützenden Wohnform haben, nehmen Sie bitte mit Frau Katharina Schwamm Kontakt auf.

Ansprechpartner: Katharina Schwamm
Telefon: 089 / 45 22 587-0
E-Mail: katharina.schwamm@autkom-obb.de


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akn

20 Jahre MAut - Abschiedsfeier für Frau Berger

Abschiedsfeier für Ingrid Berger

Vom Gründungsjahr 1999 bis zum zwanzigjährigen Bestehen, in der Zeitspanne vom Baby zum Erwachsenen, hat MAut es geschafft, als wegweisendes Modell trotz vieler Änderungen bestehen zu bleiben. Dabei mussten viele schwierige Bedingungen überwunden werden. Eine „homogene“ Autistengruppe erwies sich als extrem heterogen. Bei den Teilnehmern fand sich eine Altersspanne vom Schulabgänger bis zum erwachsenen Menschen Mitte 40, der nicht in der Berufswelt Fuß hatte fassen können. Es gab große Unterschiede in der Vorbildung, vom akademisch gebildeten Menschen bis zum Abgänger der Schule für Lernbehinderte.

Dabei waren seit den Anfängen von MAut überwiegend Menschen in den Kursen, die frustrierende Erfahrungen des Scheiterns gemacht hatten. Leider ist das auch heute noch ein Belastungsfaktor, der den Teilnehmern und den Kursleitern zu schaffen macht. Mit Mut, Hartnäckigkeit und Flexibilität bei immer neuen Teilnehmergruppen schaffte es Frau Berger – mit wohlwollenden und unterstützenden Leitern der gfi gGmbH – vielen Kursteilnehmern den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Mut, Hartnäckigkeit und Flexibilität waren auch nötig, um bei immer wieder wechselnden politischen Vorgaben MAut am Leben zu halten und gedeihen zu lassen.

Unsere Anerkennung und unser Dank geht aus vollem Herzen an Frau Berger und die gfi.

Dr. Nicosia Nieß


Bericht aus dem autismus Kompetenznetzwerk Oberbayern (akn)

Jedes Jahr im Herbst treffen sich die Kooperationspartner aus dem akn. Der schon im Vorjahr vereinbarte Termin am 15.10.2020 war nicht leicht zu realisieren. Zum Glück konnte das BBW Kirchseeon alle Hygieneauflagen, die durch Corona bedingt waren, erfüllen, so dass eine Präsenzveranstaltung möglich war. Das war nicht besonders gemütlich: mit Masken, mit festgelegten Plätzen und stündlichem Lüften haben alle Anwesenden sehr konzentriert gearbeitet. Nach dem Bericht des Vorstands, der auch die hohe zeitliche Belastung durch die Autismus-Strategie und die coronabedingten Einschränkungen deutlich machte wurden 3 neue Mitglieder, nämlich die Stiftung ICP, bfz München und vfkv jeweils einstimmig aufgenommen.

Turnusmäßig waren auch die Vorstände neu zu wählen. Entsprechend der aktuellen Kooperationsvereinbarung und Geschäftsordnung setzt sich der akn-Vorstand neu zusammen aus:

  • 1 VertreterIn aus der Selbsthilfe (Betroffene): Frau Isabel Heier
  • 1 VertreterIn aus der Selbsthilfe (Angehörige): Frau Dr. Nicosia Nieß
  • 2 VertreterInnen aus dem Bereich Einrichtungen und Dienste: Frau PD Dr. Christine Falter-Wagner, Spezialambulanz der LMU, Herr Altinger, gfi/MAut
  • 1 Vertreter der Kliniken des Bezirks Oberbayern: Herr Prof. Dr. Dose

Damit ist der neue Vorstand des akn gewählt, Herr Prof. Dr. Dose dankte den beiden scheidenden Vorstandsmitgliedern Herrn Hirner und Herrn Müller für ihre gute engagierte Zusammenarbeit.

Es ist gute Tradition, dass für die Teilnehmer des akn ein aktuelles Thema aufgegriffen wird, diesmal das in Arbeit befindliche Bayerische Bedarfsermittlungsinstrument in der Eingliederungshilfe (BiBay).

Zugeschaltet per Video wurde zunächst Herr Fasel vom Bezirk Oberbayern,der über die - coronabedingt besonders schwierige - Datenerhebung berichtete und das Problem, dass coronabedingt auch die geplanten Schulungen für Berater, Fachkräfte und Ärzte abgesagt werden mussten. Hinweis von Herrn Fasel: Den aktuellen Arbeitsstand zum BiBay Erhebungsbogen finden Sie unter https://www.bay-bezirke.de/gesamtplanverfahren.html.

Zugeschaltet per Video wurde auch von der LAG-S Herr Bannasch und Frau Pfister, die Rechtsreferentin der LAG-S. Sie verteten die Sichtweise der Betroffenen und es ist natürlich, dass diese manches kritisch hinterfragen. Insbesondere dass die Bezirke die Bedarfsermittlung durchführen werden, dafür aber ausreichend und gut geschultes Personal notwendig ist, obwohl die Bezirke seit Jahren an chronischem Prsonalmangel leiden. Die LAG-S hat sich für eine unabhängige Stelle für die Bedarfsermittlung eingesetzt. Dieses Thema wird alle, die in der Behindertenhilfe tätig sind noch lange beschäftigen, das zeigte die lebhafte Diskussion, die sich an die Vorträge anschloss.

Die neu aufgenommenen Kooperationspartner stellten sich vor und zum Thema BiBay wurde beschlossen, einen Arbeitskreis im akn zu gründen. Eine sehr konzentriert und in harmonischer Atmosphäre geführte Veranstaltung konnte sogar eine Stunde vor dem vorgesehenen Ende geschlossen werden (Trotzdem hoffe ich, dass wir im nächsten Jahr ohne Masken auch mal am Rande ein Schwätzchen halten können, ohne an die Ansteckungsgefahr denken zu müssen).

Dr. Nicosia Nieß


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Informationen und Tipps

EnableMe Online Mentoring

Die Stiftung MyHandicap hat ein neues Angebot: Ab Januar 2021 startet das sogenannte EnableMe Online-Mentoring.
Es handelt sich um ein Programm, das Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung durch gezieltes Online Coaching beim (Wieder)-Einstieg ins Berufsleben unterstützt.
Das Angebot wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert und ist für die Teilnehmer kostenlos.
Gerade in Corona-Zeiten kann das Angebot für Menschen, die sich im beruflichen Wandel befinden, eine sinnvolle Unterstützung sein.

Weitere Informationen und Details finden Sie online unter https://www.myhandicap.de/mentoring.

Kontakt: EnableMe Projektleitung, Tel.: 089 / 2500 61870, E-Mail: mentoring@myhandicap.de


Online-Beratung für Menschen mit ASS von MAut

Menschen im Autismus-Spektrum finden häufig nur schwer Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. MAut hat nun ein neues niedrigschwelliges Online-Angebot, um betroffene Personen an eine Ausbildung oder Arbeit heranzuführen. Dabei orientieren sich die Mitarbeiter an den Stärken der jeweiligen Personen.
Weitere Informationen finden Sie online unter https://www.m-aut.de/mediadb/9446/20468/Flyer_pdf_OnlineberatungfrMenschenmitASS_22.09.2020.pdf

Kontakt: Simon Altinger - Leitung Integrationszentrum MAut, Tel.: 089 / 54851-115, E-Mail: simon.altinger@die-gfi.de


Fortbildungen des Bundesverbands „autismus Deutschland e.V.“ 2021 in Nürnberg

Der Bundesverband autismus Deutschland e.V. veranstaltet auch in 2021 zahlreiche Fortbildungen. Einige davon werden in Nürnberg stattfinden.
Genaueres entnehmen Sie bitte dem Fortbildungsprogramm: https://www.autismus.de/veranstaltungen/fortbildung-fba.html

Eine Anmeldung ist nur schriftlich möglich: https://www.autismus.de/fileadmin/VERANSTALTUNGEN/FBA-Anmeldeformular.pdf


Zusatzausbildung PASS-2.0 am Lehrstuhl für Pädagogik der LMU

Eine erfreuliche Entwicklung: An der LMU gibt es am Lehrstuhl für Pädagogik bei Verhaltensstörungen und Pädagogik bei geistiger Behinderung ein neues Angebot:
PASS-2.0 wird bei Prof. Markowetz angeboten und ist eine Zusatzqualifikation im Umfang von 900 Zeitstunden (30 ETCS), für die es auch ein Zertifikat gibt.

Weitere Informationen und Downloads finden sie unter https://www.edu.lmu.de/geistigbehindertenpaedagogik/zusatzqualifikationen/p-ass/index.html


Fortbildung im Bildungswerk Irsee: Einführung in die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen anhand des ADOS

Auf vielfacher Nachfrage möchten wir auf den nächsten Kurs zur Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen mittels ADOS in Bayern hinweisen:

Kursleitung: Prof. Dr. med. Michele Noterdaeme, Ulrike Fröhlich
Teilnehmerkreis: alle therapeutischen Berufsgruppen, die mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus-Spektrum- Störung arbeiten
Teilnehmerzahl: 20 Personen
Ort: Kloster Irsee
Termin: 08.12.2021 – 10.12.2021, jew. von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Kursgebühr: 575 € inkl. Unterkunft und Verpflegung, 475 € inkl. Verpflegung
Weitere Informationen und Anmeldung:https://www.bildungswerk-irsee.de/


Neues Gütesiegel „Autismusgerechtes Berufsbildungswerk“

Gütesiegel

Die BAG BBW arbeitet gemeinsam mit dem Bundesverband autismus Deutschland e.V. daran, die Qualifikation und Integration von Menschen mit Autismus in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. In den vergangenen Jahren wurden in einem Fachausschuss „Autismuskompetenz“ gemeinsam Wege gefunden, die Qualifikation und Integration von jungen Menschen mit Autismus zu verbessern. Das Ergebnis ist ein neues Gütesiegel „Autismusgerechtes Berufsbildungswerk“ (s. Bild), welches Berufsbildungswerke erhalten, wenn sie die 65 Prüfkriterien erfüllen.


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Buchbesprechungen

Autismus – 15 Dinge, die Dir niemand gesagt hat, Mein Leben mit zwei autistischen Kindern

Debby Elley, TRIAS 2020

Autismus - 15 Dinge, die Dir niemand gesagt hat

Wie können wir unser Leben so gestalten, dass es den autistischen Kindern und den Eltern gut geht? Das ist die Quintessenz aus diesem Buch. Geschrieben von Müttern für Mütter (und Väter), aber auch für Fachleute sehr lesenswert. Endlich sind sehr viele praktische Tipps, wie man den Alltag positiv gestalten kann.

Die innere Einstellung zeigt sich schon in den Überschriften der Kapitel, z.B. „Autismus kann verändern – Über die traditionelle Definition hinausblicken“, „Glück hängt von der Perspektive ab – Mit der Diagnose leben“, „Ein bisschen von Deiner und Meiner Welt – In die autistische Welt eintreten“, „Wehret den Anfängen – Meltdowns verhindern“ bis zu „Nur autistische Menschen haben die Antwort – Lernen, zuzuhören“.
Lesen sie dieses Buch! Lassen Sie sich inspirieren und freuen Sie sich über jede Gelegenheit, über die traditionelle Definition hinauszublicken.

Wie Debby Elley gleich am Anfang schreibt: „Dieses Buch ist auch für die Krankenschwester (eine wirkliche Krankenschwester), die neulich, als ich ihr sagte, dass meine Zwillinge Autismus hätten, schockiert fragte: „Um Himmels Willen! Beide?“. Meine Liebe, Autismus ist wirklich kein Weltuntergang.“

Dr. Nicosia Nieß


Typisch untypisch – Berufsbiografien von Asperger-Autisten, individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen

Kohl, Seng, Gatti (Hrsg.), Kohlhammer Stuttgart 2017

Typisch untypisch

„Es ist ja nicht der kognitive Bereich oder die Fähigkeiten, die fehlen, es sind die Rahmenbedingungen, die ein Studium oder einen Beruf vereinfachen oder erschweren bis hin zur Unmöglichkeit“. Das ist eines von vielen traurigen Resümees in diesem Buch.

Durch das ganze Buch zieht sich wie ein roter Faden, dass die Wahrnehmungsstörungen den Alltag erschweren und dass Reizüberflutung das Problem Nr. 1 ist. Je länger die Reize dauern, desto unerträglicher werden sie.

Leider sind die positiven Erlebnisse und die Gründe dafür, wenn etwas gut gelaufen ist im Buch eher versteckt. Aber mit festem Willen sind sie auch zu finden und sollten uns anspornen, gute Wege zu gehen. Die Vergangenheit können wir nicht ändern und viele der Autoren sind schon eher in der zweiten Lebenshälfte. Aber die Zukunft können wir ändern – packen wir es an!

Dr. Nicosia Nieß


Hochfunktionaler Autismus bei Erwachsenen – Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Manual

Isabel Dziobek, Sandra Stoll, Kohlhammer 2019

Hochfunktionaler Autismus

Je „fitter“, je fähiger zur Kompensation ein autistischer Mensch ist, desto mehr steht er unter dem Druck seiner Umwelt, sich „normal“ zu verhalten. Gerade deshalb ist die Anstrengung, sich nach den Anforderungen der neurotypischen Umwelt zu benehmen so kräftezehrend und häufig frustrierend für hochfunktionale autistische Erwachsene. Leider ist jedoch das Wissen um die besonderen Bedürfnisse dieser Menschen nicht nur in der „Normalbevölkerung“, sondern auch in der Psychotherapie noch viel zu wenig vorhanden.

Dieses Buch wendet sich an Fachleute aus dem Bereich der niedergelassenen Psychotherapeuten, ebenso aber auch an autistische Erwachsene als „Experten in eigener Sache“.

Es gibt bereits eine Reihe von gruppenpsychotherapeutischen Ansätzen, dieses Buch ist geeignet, auch für die Einzeltherapie in der Praxis eines niedergelassenen Therapeuten wertvolle Hinweise zu geben. Dabei sind viele Hinweise und Erklärungen auch für die autistischen Menschen wertvoll, da sie Erklärungen dafür liefern, was in einer Psychotherapie ablaufen kann, was die Patientin / der Patient erwarten kann. In vielen praktischen Beispielen wird aufgezeigt, was man tun kann, um in überfordernden Situationen Hilfe zu finden oder auch sich selbst zu helfen.

Besonders hat mich beeindruckt, dass die Autorinnen sich mit den Rahmenbedingungen für eine gelingende Therapie auseinandersetzen und immer wieder das Thema der allgegenwärtigen Missverständnisse aufgreifen.

Ein Kapitel über Partnerschaft und Sexualität rundet das Spektrum dieses Buches ab, das ich uneingeschränkt empfehlen kann - sowohl für Fachleute wie für Betroffene und Angehörige.

Dr. Nicosia Nieß


Mila spricht! – Ein Bilderbuch zum selektiven Mutismus

Babette Bürgi Wirth, Stefanie Kolb, Ernst Reinhardt Verlag 2020

Mila spricht!

„Mila spricht!“ ist ein sehr schön gestaltetes Kinderbuch, welches sich mit dem Thema Mutismus auseinander setzt.

Das große Format ist sehr ansprechend, gerade für kleine Kinder, da die Bilder sehr groß sind und jeweils die komplette Seite ausfüllen. Auf der gegenüberliegenden Seite liest man die Geschichte der kleinen Mila, die zu Hause mit ihrer Familie zwar sehr viel spricht, aber im Kindergarten keinen Ton rausbringt. Das kleine Mädchen leidet darunter, schafft es aber nicht selbständig mit ihren Freunden im Kindergarten zu reden und kann somit nicht aktiv im Kindergartenalltag teilnehmen. Ihre Mutter will ihr helfen und bringt sie zu einer Frau, die schon oft Kindern geholfen hat. Mila bekommt verschiedene Aufgaben und schafft es am Ende auch, mit anderen Kindern und Personen außerhalb der Familie zu reden.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch anderen Kindern mit ähnlichen Problemen hilft, alleine schon dadurch, dass sie wissen, dass sie nicht alleine mit der Situation sind.

N. Markussian


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