autismus Oberbayern, Vereinigung zur Förderung von autistischen Menschen

Aktivitäten und Angebote

Angebote für die Familien: Fortbildung, Unterstützung und Entlastung


Familienfortbildungen

Die Familienfortbildungen finden in den bayerischen Sommer- und/oder Herbstferien statt. Sie werden in einer gemeinnützigen Familienferienstätte abgehalten, jede Familie bewohnt ein einfach ausgestattetes Ferienhaus und hat eine/n Betreuer/in für das autistische Kind dabei. In einem der Häuser wohnt die jeweilige Fortbildungsreferentin oder der –referent. Dort - oder in eigenen Räumlichkeiten - finden auch die Fortbildungen statt. Diese Fortbildungen beschäftigen sich immer damit, wie man autistische Kinder im Alltag fördern kann, z.B. mit Mitteln der Verhaltenstherapie, mit Sprachförderung, mit Montessori-Therapie usw. Die Kinderbetreuung wird über Verhinderungspflege oder Entlastungsbetrag nach dem Pflegeneuausrichtungsgesetz bezahlt. Die Familien bezahlen einen pauschalen Betrag an den Verein, der die Kosten für die Häuser und für die Fortbildung umfasst. Die Nebenkosten der Häuser, die Fahrt und Verpflegung der Familien und der Betreuer werden von den Familien übernommen.
Für Geschwisterkinder wird ein eigenes Programm angeboten.

Die Familien können an einer oder an zwei Wochen des Programms teilnehmen. Über die Teilnahme entscheidet die Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen.


Osterfreizeit

Ein wichtiger Bestandteil des Vereinsjahres ist für viele autistische Kinder und Jugendliche die Osterfreizeit. Diese bietet den Kindern die Gelegenheit, 9 Tage Urlaub ohne die Eltern zu machen. Gemeinsam fahren die autistischen Kinder und Jugendlichen mit ihren eigenen BetreuerInnen „in die Ferien“. Diese Tage werden ganz nach den Wünschen der Kinder und Jugendlichen gestaltet. Sozialpädagogische Betreuung sorgt für Unterstützung in Krisensituationen.
Für die Eltern bedeutet dies 9 Tage „Urlaub von der Pflege“. Sie können so die Gelegenheit wahrnehmen, einmal allein oder mit den Geschwisterkindern Urlaub zu machen oder einfach mal ganz ruhig die Zeit zu Hause zu verbringen.
Die Osterfreizeit findet jährlich von Karfreitag bis zum darauf folgenden Samstag statt; Ausschreibung im Rundbrief.

Ansprechpartnerin: Alexandra Merz, Tel.: 0172 / 341 8197, alexandra.merz@autismus-oberbayern.de.


Kinderfreizeit, Freizeit für junge Erwachsene und individuelle Ferienangebote

In den Sommerferien findet für sprechende und gut selbständige Kinder bzw. junge Erwachsene zwei Freizeiten mit je 3 erfahrenen Betreuern statt. Eine weitere Freizeit wird für junge Erwachsene angeboten.
Bis zu 9 Teilnehmer fahren mit den Betreuern mit einem Kleinbus und einem PKW in ein Selbstversorgerhaus in Michelsneukirchen im Bay. Wald. Jeweils 3 Teilnehmer teilen sich 1 Zimmer. Da eine weibliche Betreuerin dabei ist, können auch Mädchen mitfahren!
Auf dem Programm stehen Wanderungen, Erlebnisschwimmbad, Lagerfeuer, Schifffahrt auf der Donau, Burgbesichtigung, Grillen u.v.m. Auch gemeinsames Einkaufen und Kochen gehören zum Tagesprogramm. Treffpunkt für Abfahrt und Rückkehr ist in München.

Genauere Anfragen richten Sie bitte ans Büro, 089 - 74 65 41 94, dort werden Ihnen Kontaktpersonen genannt.

Individuelle Ferien
Autistische Jugendliche und Erwachsene möchten auch gern mal ohne Eltern in Urlaub fahren. Deshalb sind wir bei der Organisation und bei der Abrechnung der Betreuung behilflich, wenn ein autistischer Mensch oder auch eine kleine Gruppe in Urlaub fahren möchte. Melden Sie sich beim Verein, wenn Sie diese Möglichkeit ausprobieren möchten. Wenn ein autistischer Mensch oder eine Gruppe wegfahren möchte, können Sie den Ort und den Zeitraum frei wählen!


Elterntreffen

Bei unseren Treffen, die von engagierten Eltern organisiert werden, können Sie sich in entspannter Atmosphäre mit anderen Eltern austauschen. Sie haben so die Chance, Kontakte mit betroffenen Eltern in Ihrer Region zu knüpfen. Bitte melden Sie sich bei den Eltern an, die das Elterntreffen in Ihrer Region veranstalten (Adressen s. Rundbrief).


Besichtigung von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Regelmäßig wird vom Verein die Besichtung einer Einrichtung für behinderte Menschen organisiert.
Hier haben unsere Mitglieder die Möglichkeit, sich über den Alltag dort zu informieren. Wir erhalten eine Führung durch Wohngruppen, Werkstätten, Förderstätten etc.. Sollte an die jeweilige Einrichtung eine Schule angegliedert sein, bietet sich auch die Möglichkeit, einen Einblick in den dortigen Schulalltag zu bekommen.
Die Mitarbeiter sind immer gerne bereit, unsere Fragen zu beantworten.

Die Ablösung vom Elternhaus ist für den behinderten Menschen, aber auch für die betroffenen Eltern, ein oft nicht einfach zu bewältigendes Ereignis. Es ist daher sehr wichtig, sich rechtzeitig über Einrichtungen zu informieren, die Erfahrung mit unseren autistisch behinderten Angehörigen haben.

Die Ankündigung von Besichtigungen finden Sie in unserem Rundbrief.

Organisation: Christiane Nagy, christiane.nagy@autismus-oberbayern.de, Tel.: 0172 / 342 6909


Ausflüge

Ausflüge von Familien autistischer Kinder oder Jugendlicher mit einer Wanderung und anschließender Einkehr sind eine gute Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen und auszutauschen. Ausflüge werden zur Zeit von Mitgliedern des Vereins regelmäßig in Ingolstadt organisiert – falls Sie Lust haben, in Ihrer Region Ausflüge zu organisieren, melden Sie sich bitte beim Vorstand!


Gesprächskreise für Eltern

Gerade weil die gut sprechenden und offensichtlich intelligenten Asperger- und high-functioning Autisten oft nicht in einer geschützten Umgebung aufwachsen, geraten die Eltern besonders unter Druck. Wieviel „Integration“ vertragen diese Kinder, wieviel Anforderungen brauchen sie, wo muss man sie schützen? Wie kann man ihnen ihre Behinderung erklären? Wie kann man sie trösten, wenn sie in ihrer sozialen Ungeschicklichkeit wieder etwas vermasselt haben? Wie kann man ihnen bei der Freizeitgestaltung helfen? Was kann man tun, wenn die Nachbarn oder Lehrer das Verhalten immer wieder als das Resultat einer schlechten Erziehung fehlinterpretieren? Die Termine der Gesprächskreise in München und in Freising finden Sie in unserem Rundbrief.


Geschwisterseminare und -wochenenden

Das Münchner Konzept der Geschwisterpädagogik gibt es seit 1988. Das ursprüngliche Grundkonzept wurde von den Eltern der Betroffenen und erwachsenen Geschwistern entwickelt.
Die Geschwistergruppen (eine Kinder-, eine Jugendgruppe und eine Jugend- und Erwachsenengruppe) treffen sich jeweils an 3 Wochenenden im Jahr in der Nähe von München. Es sind immer zwei erfahrene und ausgebildete Leiter dabei.

Schwerpunktmäßig geht es darum, dass die Geschwister gemeinsam besondere und schöne Erfahrungen teilen und dass sie die Möglichkeit haben, mit Gleichbetroffenen über ihre Situation als Geschwisterkind zu sprechen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Ziele der Geschwisterpädagogik:

  • die Geschwister stehen im Mittelpunkt und sollen einmal richtig verwöhnt werden
  • sie sehen, dass die Eltern auch für sie etwas tun
  • Unterstützung, Verständnis und Ermutigung in einer Gruppe von gleichbetroffenen Kindern
  • Kompensation von fehlenden Erfahrungen vor allem bei zwei Geschwistern; das Geschwisterkind hat keinen adäquaten Partner zum Spielen, Streiten oder Balgen.
  • Selbstbehauptungstraining z. B. Gefühle und Wünsche äußern und in der Gruppe vertreten; Judo, verbale Selbstbehauptung
  • Sachinformationen über die Behinderung geben

Informationen bei Gernot Wührer Dipl.-Psych. M.A. Päd. : 0170-804 22 91


iPad-Einzelberatungen

Als besonderes Angebot bietet unsere kompetente iPad-Referentin Sandra Dengler Einzelberatungen an. Sie kommt auf Anfrage auch zu Ihnen nach Hause und berät Sie, wie Sie das iPad für Ihr Kind nutzen können.

Kontakt: Sandra Dengler, Tel. 01515 - 478 37 17, E-Mail: dengler.sandra@gmx.de


Helferdienst

Wir führen einen Helferdienst, der Familien mit autistischen Angehörigen entlasten soll. In Kooperation mit dem FED (Familienentlastenden Dienst) des Autismus-Kompetenzzentrums „autkom“ werden unsere Helfer regelmäßig fortgebildet. Die Helfer können im Rahmen der Verhinderungspflege oder der Entlastungsleistungen eingesetzt werden:

  • Verhinderungspflege:
    Wenn bei einem behinderten Menschen eine Pflegestufe anerkannt ist, haben die pflegenden Angehörigen auch Anspruch darauf, sich zu erholen. Wenn also die „pflegende Person“ an der Pflege gehindert ist, bezahlen die Pflegekassen insgesamt bis zu 1612,- Euro plus die Hälfte des zustehenden Betrages für die Kurzzeitpflege an bis zu 42 Tagen im Jahr (bzw. bei stundenweiser Verhinderungspflege an beliebig vielen Tagen für die "Ersatzpflege"). Wir vermitteln und schulen geeignete Helfer und rechnen mit den Pflegekassen ab.
  • Entlastungsbetrag:
    Der besondere Betreuungsaufwand, der bei autistischen Kindern in der Regel besteht, wird von den Pflegekassen auf Antrag bestätigt. Dann können die Familien bis zu 1500,- Euro pro Jahr für die Betreuung des Kindes von den Pflegekassen erstattet bekommen. Wir führen solche Betreuungen mit Mitarbeitern unseres Helferdienstes durch.

Bei Bedarf wenden Sie sich an unseren Helferdienst (Tel. 0172 - 374 9111, E-Mail: helferdienst@autismus-oberbayern.de).


Beratung im Umgang mit Behörden und Informationen zum Behindertenrecht

Soll ich für mein Kind einen Schwerbehindertenausweis beantragen und wo muss ich das tun?
Welche erfahrenen Rechtsanwälte gibt es in meiner Umgebung? Was ist ein Behindertentestament und warum braucht man eine solche Sonderregelung? Wie muss ich Pflegegeld beantragen und wie kann ich mich auf den Besuch des MDK vorbereiten? Wo muss ich mich hinwenden, wenn mein Kind einen Schulbegleiter braucht?
Das sind häufig Fragen von Eltern, bei denen wir helfen, die richtige Anlaufstelle zu finden, damit sie die Entscheidungen, die sie für ihre Kinder treffen müssen, auf eine gute Basis stellen können. Fragen Sie im Büro, 089 - 74 65 41 94, nach einem Beratungstermin!