autismus Oberbayern, Vereinigung zur Förderung von autistischen Menschen

Aktivitäten und Angebote

Angebote für Menschen mit Autismus


Das Münchner Sozialtraining

Das Münchner Sozialtraining ist eine international renommierte Trainingsmethodik. Unser Sozialtraining wird in München, Freising und Ingolstadt angeboten.

Grundlage
Die optimale Gruppenstärke beträgt 4 bis 6 Teilnehmer; es sind gemischte Gruppen mit homogenem Leistungsniveau für Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Die Trainingsfrequenz beträgt mindestens 2 Treffen im Monat à 2 bis 3 Stunden. Erforderlich sind 2 Trainer pro Gruppe.
Autistische Menschen haben Anspruch zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Das Münchner Sozialtraining erhöht ihre Fähigkeit, kompetent in privaten und beruflichen Situationen zu handeln.
Autistische Menschen werden aufgrund ihrer Schwierigkeiten häufig ausgeschult, weil sie sich nicht in die Klasse eingliedern. Oder sie verlieren deswegen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Das Münchner Sozialtraining gibt Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung und fördert die Eingliederung in das Arbeitsleben. (SGB XII, § 54, SGB IX, § 35). Autistische Menschen sind erfahrungsgemäß auch im Erwachsenenalter (3. und 4. Lebensjahrzehnt) lernfähig.

Zielsetzung
Das Münchner Sozialtraining erhöht die Kompetenzen autistischer Menschen, da sie Kompensationsstrategien erlernen, die die Folgen der Behinderung ausgleichen bzw. abmildern. Es wird als fortgesetztes Training durchgeführt, da die Teilnehmer erfahrungsgemäß sonst wieder allmählich die erworbenen Fähigkeiten verlieren.
Eingliederungshilfe muss gewährt werden zur Verbesserung oder zur Vermeidung einer Verschlimmerung der autistischen Defizite.

Das Training
Das Münchner Sozialtraining ist ein heilpädagogisch orientiertes Training der sozialen, kommunikativen und lebenspraktischen Fähigkeiten. Beispiele:

  • Lebenspraktische Fähigkeiten wie:
    • Umgang mit Geld
    • Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
    • Erledigen von Einkäufen
    • Steigerung der Selbständigkeit im Alltag.
  • Soziale Fähigkeiten wie:
    • Höflichkeit
    • Initiative ergreifen
    • Anpassung an verschiedene Anforderungen
  • Kommunikative Fähigkeiten wie:
    • sich gegen unangemessene Anforderungen zu wehren (Geld, Sexualkontakte)
    • angemessenes Antworten auf Fragen
    • sich an einer sozialen Gruppe beteiligen lernen
    • soziale Regeln lernen, Hierarchien erkennen (wer ist Kunde, Chef, Kollege) und angemessen zu reagieren.

Das Münchner Sozialtraining ist ein spezialisiertes Training für autistische Menschen, da sie besonders schlecht nachahmen können. Ein wichtiger Aspekt ist das Training in einer homogenen Behindertengruppe.
Es werden realistische Übungssituationen mit klar umgrenztem Übungsinhalt erprobt und dann im Alltag genutzt. Fortgeschrittene Teilnehmer erfüllen Aufgabenkombinationen. Es wird trainiert, sich auf verschiedene Handlungsabläufe einzulassen, damit die Neigung der Autisten zu Stereotypien verringert wird. Damit wird den Anforderungen der Schul- oder Arbeitssituation Rechnung getragen.
Sprach-, Sprech- und Intonationsübungen sind wichtiger Bestandteil des Trainings, um die Sprach- und Kommunikationsdefizite der Teilnehmer zu verringern.

Informationen erhalten Sie im Büro bei Frau Niggemann, Tel. 089 / 74 65 41 94
Für Ingolstadt: Olaf Gersbacher, olaf.gersbacher@gmx.de


Fördergruppen für Kinder: Soziale Kompetenz / Mimik / Gefühle

Fördergruppen werden für sprechende autistische Kinder zwischen 4 und 12 Jahren angeboten. Ziel der Gruppenstunden ist die Linderung autismusspezifischer Symptomatik in Hinblick auf grundlegende soziale Kompetenzen, emtionales Erleben, Reflexionsfähigkeit und Mimikerkennung. Damit gehen eine Stärkung des Selbstwertgefühls und die Verbesserung der Gefühlsregulation als weitere wichtige Ziele einher. Vermittelt werden darüber hinaus Fördermöglichkeiten durch die Eltern im häuslichen Rahmen.

Die Eltern erhalten Anregungen, wie und mit welchen Spiel- und Übungsmaterialien sie im häuslichen, spielerischen Rahmen das Verhaltens- und Spielrepertoire ihres Kindes erweitern können.

Methoden: Grundsätze aus der Verhaltens- und der Montessori-Therapie und entwicklungspsychologische Erkenntnisse bilden die methodische Grundlage. Berücksichtigt werden dabei wissenschaftlich anerkannte Trainingsprogramme wie z.B. „TEACCH“, „SOKO“, „KONTAKT“, Sozialtraining nach PETERMANN u.a.

Gefördert werden:

  • soziale Interaktion
  • Blicksteuerung und gemeinsame Aufmerksamkeit (joint attention)
  • Mimikerkennung und Gefühlsregulation
  • Verständnis für innere Zustände anderer Personen (Theory of Mind)
  • Imitation
  • Symbolspiel („so tun als ob“)

Die Gruppenstunden dauern 90 Minuten und finden alle 2 Wochen samstags in der Poccistr. 5 statt.

Kontakt: Susanne Maróthy-Keller, Lehrerin, Montessori- und Psychotherapeutin, Tel. 089 – 565446, smarothy@therapie-marothy.de


Jugendtheatergruppe „Die Volltexter“

Unsere Jugendtheatergruppe hat sich den Namen „Die Volltexter“ gegeben, da die Teilnehmer gemeinsam Stücke erfinden und eigens geschriebene Texte verwenden.
Es nehmen Mädchen und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren teil.
Die Leitung hat Fr. Jutta Hildebrandt, unterstützt von einer Co-Leiterin.

In der ersten Stunde machen wir Übungen, so genanntes Schauspieltraining: d. h. Atemübungen, Stimmtraining, Sprechtraining, Etüden, Improvisationen. In der zweiten Stunde spinnen und schreiben wir an unserem Stück.

Geprobt wird normalerweise 14-tägig samstags ca 2-2 ½ Std. im Freizeitheim s` Dülfer in der Dülferstr. 34 in München; einmal im Jahr findet dann an zwei Terminen die Aufführung statt.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Niggemann in unserem Büro, Telefon: 089/ 74 65 41 94.


Theatergruppe „Die Körpermomente“ (Erwachsene)

Die Mitglieder der Theatergruppe „Die Körpermomente“ entwickeln unter Leitung von Otto Novoa ihr Stück ebenfalls selbst: „In unseren wöchentlichen Übungen bringen wir Ideen ein, die wir anschließend in der Praxis auf ihre Umsetzbarkeit testen. Jede/r Schauspieler/in kann ihre oder seine Vorschläge auf der Bühne ausprobieren und gemeinsam schaffen wir es, ein komplettes Stück auf die Bühne zu bringen.“

Bei Interesse melden Sie sich im Büro autismus Oberbayern, Tel. 089/74 65 41 94.


U-Bahn-Club für Jugendliche

Wir sind eine kleine (3-6 Personen) Gruppe von Jugendlichen ab 11 J. und haben alle Freude an der Fahrt mit der U-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mit der U-Bahn, Tram oder dem Bus erreichen wir unsere Ziele und die sind sehr unterschiedlich, da jedes Mitglied eine Idee oder einen Vorschlag mitbringen darf, wie diverse Museen, BMW-Welt, Olympiapark, Garching-Forschungszentrum.

Wir treffen uns immer samstags in der Poccistr. 5 und fahren von dort los; die Termine finden Sie in unserem Rundbrief. Teilnahmegebühr € 8.-

Kontakt: Irene Sawicki, Tel. 089 - 316 51 46


Freizeitgruppe "Aspietreff"

An der Freizeitgruppe "Aspitreff" nehmen selbstständige Menschen ab 18 Jahren mit Besonderheiten aus dem Autismus-Spektrum teil. Treff ist einmal im Monat samstags, meistens von 14 – 17 Uhr. In Begleitung einer erfahrenen Helferin wird jeweils etwas zusammen unternommen, wie z.B. ein Ausflug, ein Museumsbesuch, Bowling, um eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. Der Teilnahmebeitrag beträgt € 10,- pro Treffen.

Anmeldung unbedingt erforderlich über Frau Michaela Zimmermann (Dipl.Soz.Univ.), Tel. 0176 - 840 311 20, E-Mail: zimmermann.michaela@gmx.de


Sportgruppe

Die Sportgruppen sind ein Angebot für Kinder und Jugendliche mit Autismus. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, die Kinder und Jugendlichen in den Genuss kommen zu lassen, Sport treiben zu dürfen. Sport nicht in der Form von Therapie, Reha-Maßnahme oder Krankengymnastik, sondern als Bewegungsangebot, als Spaß und Freude an körperlicher Bewegung, als Herausforderung an sich selbst. Die Kinder und Jugendlichen sollen in erster Linie Spaß haben und die Stunden als die „Ihrigen“ betrachten. Darüber hinaus soll die Aktivität soziales Erleben ermöglichen, motorische Fähigkeiten, Beweglichkeit und Koordination verbessern ebenso wie Wahrnehmung, Konzentrations- und Begeisterungs­fähigkeit.

Die Praxis in einer Sportstunde wird durch das momentane Interesse der Kinder und Jugendlichen geprägt. Verschiedene Elemente der Bewegungsbaustelle, Bewegungsparcours und Spielgeräte werden aufgebaut und die Kinder wählen aus, womit sie sich beschäftigen wollen. Sobald ein Gerät Interesse bei einem Kind / Jugendlichen weckt, werden ihm verschiedene Bewegungsmöglichkeiten aufgezeigt und ihm bei der Ausführung Hilfe und Unterstützung angeboten.

Durchgeführt werden diese Stunden in Zusammenarbeit mit dem Diplomstudiengang Sport der Technischen Universität München in einem 14-tägigen Rhythmus. Ansprechpartner ist Herr Dr. B. Banik, Zentrale Hochschulsportanlage, Conollystr. 32, 80809 München, Tel. 089 / 289 245 28.


Klettergruppen

Regelmäßig treffen sich Kletterinteressierte unter Leitung der erfahrenen Klettertrainerin Natascha Lindemann vom "Stützpunkt Inntal" zum Klettern. Von Bouldern über Seil- bis Turmklettern wird alles geübt. Die Teilnehmer lernen ihre Grenzen kennen und erreichen Ziele, die sie zuvor für unmöglich gehalten haben.

Informationen und Anmeldung bei: Ingrid Pischl, E-Mail: ingrid.pischl@autismus-oberbayern.de, Tel.: 0172 - 342 8530


Club nicht- oder wenig sprechender jugendlicher und erwachsener Autisten

Im Club treffen sich jugendliche und erwachsene Autisten (viele von ihnen FC-Nutzer) mit ihren Betreuern alle 6 – 8 Wochen an einem Samstag oder Sonntag. Die Leiterin, Fr. Dipl. Psych. Heidi Westhoven, arbeitet für jedes Treffen ein eigenes Programm aus, z.B. eine Wanderung, einen Ausstellungsbesuch, einen Besuch im Zoo etc., meist mit abschließender Einkehr in einem Lokal oder Café, wo "nebenbei" auch angemessenes Verhalten und Kommunikation geübt wird. Das Sommer-Grillfest zusammen mit den Angehörigen und der Besuch eines Weihnachtsmarkts (z.B. in der Glentleiten) gehören mittlerweile auch zum traditionellen Programm.

Die Teilnahme kostet 45,- € pro Jahr; dazu kommen noch eventuelle Kosten für Eintritte und Verpflegung. Jeder Teilnehmer kommt mit seinem eigenen Betreuer, den die Familie besorgt (Betreuer können Sie über unseren Helferdienst finden und finanzieren).

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Fr. Westhoven, Tel. 089-95927060, E-Mail: heidi.westhoven@mnet-online.de .


PECS-Kommunikationsgruppe

Bei den Treffen der PECS Kommunikationsgruppe für nicht sprechende jugendliche Autisten unter Leitung der Logopädin Julia Bräuer geht es darum, im gemeinsamen Tun Spaß an der Kommunikation zu entwickeln. Es werden verschiedene Spiele zur Förderung der Kommunikation über Bildkarten durchgeführt. Dabei werden z.B. die Ja/Nein-Kommunikation oder das Gebrauchen von Aussagen wie „du bist dran“ spielerisch geübt.

Um störendes Verhalten in der Gruppe regulieren zu lernen, gibt es jede Stunde ein Token System. Jeder Jugendliche setzt sich zu Stundenbeginn mit seinem Betreuer ein Ziel, zum Beispiel „ruhig sein“. Wird das gewünschte Verhalten über ein paar Minuten am Stück eingehalten, bekommt er einen Belohnungsstein. Für fünf Belohnungssteine pro Stunde dürfen sich die Teilnehmer am Ende der Stunde eine Süßigkeit aussuchen. Natürlich müssen sie über PECS mitteilen, welche Süßigkeit sie haben möchten.

Die Stunden bestehen aus einigen festen Ritualen sowie stets neuen Inhalten. Neben Stunden mit Spielen sind auch Aktivitäten wie Pizzabacken oder Ausflüge wie ein Tierparkbesuch geplant. Bei allen Treffen soll die Kommunikation über Bildkarten eingebaut werden.

Die Kosten für einen Nachmittag betragen 10,- Euro pro Teilnehmer.

Bei Interesse könnte eine zweite Gruppe eingerichtet werden, eventuell auch für jüngere Teilnehmer. Voraussetzung ist, dass die Kinder/Jugendlichen bereits erste Erfahrungen mit PECS gemacht haben.

Informationen für Interessenten: Julia Bräuer, E-Mail: pecs-gruppe@gmx.de, Tel. 0151 / 20 43 11 70.


Gestütztes Malen und FC

Kunsttherapie ist eine Möglichkeit zum Selbstausdruck, zur Spannungsabfuhr, zur Klärung von Zuständen und Fragen, zum Aufbau von Ich-Stärke und Selbstwertgefühl, zum Einüben in neue Denk- und Verhaltensmuster durch den farbigen Ausdruck auf geduldigem Papier mit Hilfe eines erfahrenen Begleiters, der wie ein Lotse den Weg durch Untiefen weiß und sicher hindurchführt.

Gestütztes Malen in Einzelstunden bietet schwer kommunikationsbehinderten Menschen die Möglichkeit, sich mit den Mitteln von Farbe und Form kreativ und nonverbal auszudrücken in einer Weise, wie es ohne Stütze oft nicht möglich ist. Durch behutsame Gespräche über den Prozess, das Bild oder aktuelle Anliegen können sich die Maler mittels FC in einen Dialog einlassen, der klärend wirken kann und zu tieferer Reflexion einlädt. Dadurch gelangen diese Menschen in neue Prozesse der Auseinandersetzung mit sich und der Welt, können alte Denk- und Verhaltensmuster in Frage stellen und Änderungsansätze einüben. Dies alles geschieht in einem äußeren beschützenden Rahmen, der bei aller Möglichkeit des freien Umgangs mit Pinsel und Farbe eher von Ordnung und Struktur geprägt ist. Diese verlässliche Struktur und meine verlässliche professionelle und empathische Zuwendung als Kunsttherapeutin sind hilfreich und stützend für autistische Menschen. Deren innere Welt wird oft von einem Chaos an Wahrnehmungen bestimmt, das sie überflutet, ängstigt, quält und rast- und ruhelos leben lässt. Die Arbeit mit den Farben wirkt oftmals beruhigend, zentrierend und sammelnd. Die Maler erleben sich als aktiv Handelnde und als Schöpfer eines Werkes. Dies Werk bleibt bestehen in seiner Kraft, konstant in seiner Wirkung über den Tag hinaus und macht im Laufe der Zeit als roten Faden einen Entwicklungsprozess sichtbar.

Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite www.gestuetztes-malen.de, Kontakt: Brigitte Lobisch, Kunsttherapeutin, Tel. 089 – 8501559.


Irlen-Screening

Viele autistische Menschen haben auch Störungen der visuellen Wahrnehmung. Diese können mit den konventionellen Untersuchungsmethoden der Augenärzte nicht festgestellt werden. Manche Autisten profitieren aber von speziell farbgetönten Brillen, die ihnen helfen, z.B. besser räumlich zu sehen, sich auf Treppen sicherer zu bewegen bzw. mit hellem Licht besser zurecht zu kommen.

Näheres erfahren Sie unter www.irlen-center.de bzw. von Dorothee Perpeet, Walburger-Osthofen-Wallstr.1, 59494 Soest, E-Mail perpeet@irlen-center.de.
Es gibt spezielle Fragebögen, mit denen man ermitteln kann, ob es wahrscheinlich ist, dass ein autistischer Mensch von Irlenfiltern profitieren wird. Diese erhalten Sie von Frau Perpeet.


Lebenspraktische Beratung

Das Beratungsangebot richtet sich an autistische Menschen, die praktische Hilfe (z.B. Kann die Höhe meiner Telefon- oder Stromrechnung stimmen? - Wie stelle ich einen Antrag bei der Krankenkasse? - Wie beantrage ich einen Zuschuss? - Wie kann ich meinen Bekanntenkreis erweitern? ...) benötigen. Die Beratung ist kostenlos und findet nach Bedarf in unserem Büro in der Poccistr. 5 statt. Bitte melden Sie sich telefonisch in unserem Büro an unter Tel. 089 - 74 65 41 94 oder bei Frau Nieß unter 0172 / 343 8138.